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LandesSchülerRat begrüßt stärkere Förderung der Ganztagsangebote

Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz gab gestern bekannt, zukünftig beachtlich mehr Geld für Ganztagsangebote (GTA) ausgeben zu wollen. Bereits in diesem Schuljahr stehen drei Millionen Euro mehr als im vergangenen Schuljahr zur Verfügung. Im kommenden Schuljahr 2019/2020 plant das Staatsministerium für Kultus eine weitere Aufstockung um rund 19 Millionen Euro, also auf rund 46 Millionen Euro.

Dazu äußert sich Landesschülersprecher NOAH WEHN: „Wir sind erfreut, dass für Ganztagsangebote sowohl jetzt, als auch in naher Zukunft ein großer Batzen Geld ausgegeben wird. Eine Stärkung der Förderung in diesem Bereich war schon lange fällig. Die Schulen haben erfahrungsgemäß oft jede Menge Ideen für eine weitreichende Gestaltung des Schulalltags. An der Umsetzung mangelte es bisher vor allem durch finanzielle Engpässe. Diesem Problem wird mit der Bereitstellung zusätzlicher Mittel begegnet, der detaillierte Ausbau von Ganztagsangeboten kann beginnen.”

Einen weiteren positiven Aspekt sieht WEHN in der Möglichkeit, mit den zusätzlichen Mitteln nun auch eine höhere Qualität der GTA zu realisieren. WEHN meint: „Ganztagsangebote fördern die Kreativität und Individualität der Schüler, bieten Raum für Talentförderung, haben die Möglichkeit, leistungsstarke und leistungsschwache Schüler zu unterstützen und können auch entlastend sein für Kinder, deren Eltern lange arbeiten müssen.” Das sei nur ein Bruchteil des großen Mehrwerts der Aktivtäten.

Der LSR fordert nun, dass die Schulen verantwortungsvoll mit dem Geld umgehen. „Wir fordern, dass über die Verwendung der Gelder auf der Schulkonferenz demokratisch beraten wird. Schüler, Eltern und Lehrer sollen gemeinsam entscheiden können, in welchen Bereichen die jeweilige Schule die Förderung einsetzt. Es nützt ja nichts, wenn es am Ende Arbeitsgemeinschaften oder Schulmannschaften gibt, die keiner besuchen will.”

WEHN fordert weiterhin, die GTA-Struktur grundsätzlich auszubauen und Geld nicht nur in das aktuelle System zu stecken: „Derzeit werden die Ganztagsangebote vor allem am Nachmittag angeboten, wodurch eine klare Trennung zwischen Unterricht und Ganztagsangebot deutlich wird. Eine rhythmisierte Ganztagsschule ist derzeit theoretisch möglich, ist aber mit vorhandenen Mittel schwer umzusetzen. Deshalb fordert der LandesSchülerRat Sachsen die systematische Erprobung des rhythmisierten Ganztages an ausgewählten Schulen.”

Gleichsam weist WEHN jedoch auch auf die Grenzen der GTA hin: „Bei allen Vorteilen, die Ganztagsangebote leisten, so können sie keinen guten Unterricht ersetzen. Die Qualität von Lernen und Leben in der Schule lässt sich mit einem Ausbau der GTA fördern – aber dieser Ausbau allein ist nur ein kleiner Baustein, kein Allheilmittel, dessen sollte sich jeder bewusst sein.”

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